Anschrift:

Stadtverwaltung Mittweida
Stadtarchiv
Kapellengasse 8
09648 Mittweida

Ansprechpartner:
Frau Walther/Frau Kubanek
Tel.: 03727-967407 o. 409
Fax: 03727-967189
e-mail:
stadtarchiv@mittweida.de

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Alle Ämter und Archiv der Stadt Mittweida

Mo: 9.00 bis 12.00 Uhr
Di:   9.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 16.00 Uhr
Mi:   nach Vereinbarung
Do:  9.00 bis 12.00 Uhr und 13.30 bis 18.00 Uhr
Fr:   9.00 bis 12.00 Uhr

Geschichte des Archivs

Der Zeitpunkt der ersten Einrichtung eines Ratsarchivs in Mittweida ist mit Quellen nicht mehr zu belegen. Die nach heutigem Kenntnisstand erste schriftliche Erwähnung des Archivs erfolgte im Jahre 1544 in der Jahresstadtrechnung bei der Nennung des Rechnungsbetrages zur Anfertigung eines Behältnisses „...mit eylff schubladen zu vorwarung und underscheidung der briefe Inn der HarnischKammer...“      

Das Ratsarchiv hat im Zusammenhang mit sechs großen Stadtbränden bis 1693 und den damit verbundenen Zerstörungen des Rathauses sowie durch Kriegseinwirkungen nicht näher bezifferbare Verluste erlitten.

Die erste uns überlieferte Ordnung des Archivbestandes sind zwei Bände eines „Repertoriums“ aus dem Jahre 1780. Der Bearbeiter Christian Gottfried Liebich unterteilte dabei die vorhandenen Akten in insgesamt neun Abteilungen mit mehreren Kapiteln. Dieses Repertorium wurde bis 1833/34 fortgesetzt.

Es folgte ein drittes „Aktenverzeichnis", in dem sämtliche,  ab 1834 geführte Akten des Stadtrates enthalten sind, wobei die an das Archiv abgegebenen Akten gesondert gekennzeichnet sind. Auch der Aktenbestand ab 1834 wurde in insgesamt acht Abteilungen und mehrere Kapitel untergliedert.
Diese Ordnung behielt bis 1945 ihre Gültigkeit und ist für das historische Archiv noch heute maßgeblich.

1878 wurde das Archiv erstmalig einer Revision durch den Archivar des Hauptstaatsarchivs Dresden Dr. Hubert Ermisch unterzogen. Er befand die vorhandenen Repertorien für brauchbar, bemängelte aber die infolge mehrmaliger Verlagerung des Archivs entstandene völlige Unordnung. Dies bewog ihn auch, eine Abgabe (Depositum) der ältesten Urkunden von 1300 bis 1499, der zwei Stadtbücher aus den Jahren 1412 und 1441 sowie der ältesten Stadtrechnungen an das Hauptstaatsarchiv  Dresden zu veranlassen.
Aufgrund der Ermischen Anweisungen unterzog Ratsexpedient Guido Kühn 1885 das Archiv einer grundlegenden Ordnung. Er führte als erster auch offiziell den Titel „Ratsarchivar“,  jedoch handelte es sich nicht um eine eigens dafür geschaffene Stelle. 

1900/01 zog das Archiv wegen räumlicher Mängel in das sogenannte „Stadthaus“ um. Bis 1902 nahm Ratsarchivar Kühn eine nochmalige Ordnung des inzwischen wieder ungeordneten Archivs vor.     
1909 konstatierte Archivrat Beschorner vom Hauptstaatsarchiv Dresden die völlige Nichteignung der Räumlichkeiten aufgrund zu hoher Feuchtigkeit. Die Bestände hatten durch dieses ungünstige Klima bereits erhebliche Schäden erlitten. Er empfahl die baldige Verlagerung der Archivalien, die allerdings erst 1912 nach dem Bau des neuen Sparkassengebäudes erfolgte.

Nicht ausreichende Räume zwangen jedoch bald, die ältesten Archivalien in der Wohnung des Bürgermeisters im selben Gebäude unterzubringen, später erfolgte eine Rücklagerung in das Stadthaus. Nach 1945 bis Anfang der 50er Jahre war wieder ein Zustand der allgemeinen Verwahrlosung des Archivs eingetreten. Im Zuge der staatlichen Richtlinien zum Archivwesen wurde Mitte der 50er Jahre mit dem kontinuierlichen Aufbau eines städtischen Archivwesens begonnen. Besondere Verdienste erwarb sich hierbei Archivar Ranisch, der das Archiv bis 1963 verwaltete, grundlegend ordnete, eine Archivordnung entwickelte, Einfluss auf die städtische Schriftgutverwaltung nahm und neue Findhilfsmittel anlegte. In seine Zeit fällt auch die Unterbringung im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis, in dem sich das Archiv bis Ende 2010 befand.

Anfang  2011 zog das Stadtarchiv in das frisch sanierte „Roch´sche Haus“ in der Kapellengasse 8.

Hier lagern die Akten nun in einem eigens dafür geschaffenen Magazingebäude, das optimale klimatische Bedingungen aufweist.  
Den Benutzern steht ein heller, moderner Lesesaal in historischem Umfeld zur Verfügung.