Postdistanzsäule auf dem Marktplatz

Die sächsischen Postmeilensäulen wurden von Adam Friedrich Zürner auf Anweisung des sächsischen Kurfürsten August des Starken aufgestellt. Sie geben die Entfernungen und Gehzeiten bis auf eine Achtelstunde genau an. Grundlage für die Angaben auf den Säulen war die genaue Vermessung der kursächsischen Gebiete durch Zürner.

Auf allen vier Seiten der Mittweidaer Säule lässt sich das königlich-polnische und das kursächsische Doppelwappen finden. Nur in Leisnig tritt diese Besonderheit noch einmal auf.  Doch anders als bei der Leisniger Postsäule wurde die Mittweidaer nur an drei Seiten mit Distanzangaben versehen. Vermutlich weil durch das vierte Stadttor – das Brühlsche Tor – nur ein Feldweg zu den umliegenden Orten verlief. Insgesamt sind 65 Ortsnamen verzeichnet. Der Rochlitzer Steinmetz Johann Häßler stellte sie 1725/26 fertig.

Die Säule aus Rochlitzer Porphyrtuff präsentiert sich heute nach einer Rekonstruktion im Jahr 1969 und einer Restaurierung und Neuaufstellung 2005 an der Nordostseite des Marktes.

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Es zeigt das kursächsisch-polnische Doppelwappen auf allen vier Seiten, während alle anderen Distanzsäulen dieses Doppelwappen nur zweimal (über Eck) tragen. Eine Distanzsäule gleicher Gestaltung gibt es nur noch einmal in Leisnig. Diese Säule dürfte sicher vom gleichen Rochlitzer Steinmetz gefertigt sein. Leider existieren in Leisnig keine entsprechenden Ratsakten mehr. Auch die Akte Leisnig im Staatsarchiv Dresden (Rep. XXXI, Lit. L. No. 186 35584) sagt nichts über den Steinmetz aus.

Die Mittweidaer Distanzsäule wurde im Jahre 1725 aufgestellt. Wie lange die Säule auf dem Markt von Mittweida gestanden hat, ist nicht genau zu ermitteln. Im Protokoll einer Ratssitzung („Die Einführung  der Straßenbeleuchtung betr.“ v. 12.11.1850, Blatt 46 b) heißt es: „...wird mit 6 gegen 2 Stimmen der Beschluß gefaßt, einen gußeisernen Candelaber auf dem Markte anzuschaffen und denselben in die Mitte des Marktes aufzustellen, als Postument  aber die Unterlage der jetzigen Marktsäule benutzen.....“ . Sicher dürfte die Säule frühestens im Jahre 1851 abgebrochen worden sein. Alte Stiche (im Stadtarchiv Mittweida) zeigen den Markt mit dem ehemaligen Sockel der Säule, der jetzt eine Lampe trägt.
Das Material der Säule war Rochlitzer Porphyr. Steinmetz war Johann Christian Häßler aus Rochlitz. Der Zeitpunkt der Einlagerung des Wappenstückes in das Museum ist nicht mehr feststellbar. Das Wappenstück befand sich auf einem schmalen Sockel (fremde Zutat), der vermuten läßt, dass er irgendwann als „Denkmal“ Aufstellung gefunden hat. Farbreste der einstigen farbigen Fassung waren noch erkennbar.
Zur seltenen Gestaltung: Die Stadt Mittweida sollte ursprünglich 4 solcher Distanzsäulen setzen, sie erreichte aber durch ein Gesuch an August den Starken, dass nur eine Säule auf dem Markt gesetzt werden sollte. Der Rat der Stadt Mittweida versprach daraufhin dem Kurfürsten, diese eine Säule auch etwas besser auszieren lassen zu wollen, als sonst gebräuchlich. Das dürfte sicher die Erklärung für die abweichende und seltene Wappengestaltung der Mittweidaer Distanzsäule sein.
Eine erste Aufforderung zur Setzung von Säulen erhielt Mittweida durch ein Schreiben vom 01.11.1721, unterzeichnet von H. von Bünau. Es folgten Schreiben aus Dresden, die den Zweck und Nutzen der Postsäulen erläuterten, doch der Rat von Mittweida reagierte vorerst nicht darauf. Am 7. September 1723 reiste schließlich der Land- und Grenz-Commissarius Adam Friedrich Zürner nach Mittweida und verlangte unter Vorzeigung seines kurfürstlichen Patentes, dass vier Distanzsäulen zu setzen seien und zwar vor dem Weber-, dem Rochlitzer-, dem Brühl- und dem Freiberger Tor. Der Mittweidaer Stadtschreiber Gottfried Schüffner erwähnt in seiner Niederschrift vom Zürnerschen Besuch, empört über dessen Verlangen, dass ja durch Mittweida gar keine ordentliche Poststraße, noch weniger eine Post ginge und zumal durch das Webertor überhaupt keine Fahrstraße liefe. Wenn die Zschopau in Ringethal nur wenig mehr Wasser führe, wäre dort überhaupt nicht durchzukommen und selbst der Briefträger müsse sich mit einem Kahn über Wasser setzen lassen. All diese Gründe bewogen den Rat der Stadt zu Mittweida an August den Starken am 9. Mai 1724 ein Gesuch zu senden und ihn zu bitten, auf Grund der drei vorausgegangenen Stadtbrände und anderer Schwierigkeiten zu gestatten, dass nur eine einzige Säule auf dem Markt gesetzt werden dürfe. Um dies  dem Fürsten etwas schmackhafter zu machen, erbot sich der Rat, diese Säule auch etwas besser, als sonst gebräuchlich, auszieren zu lassen. Am nächsten Tag, dem 10. Mai 1724 ging ein Schreiben ähnlichen Inhalts an den Land- und Grenzkommissar Zürner ab, den man bat, sein Gutachten hinsichtlich des Gesuches für den Kurfürsten günstig und im Interesse der Stadt Mittweida abzufassen. Für seine Bemühungen versprach man ihm 6 Taler!
Am 11. Juli 1724 erhielt Mittweida die Genehmigung, nur eine einzige Säule aufstellen zu dürfen. In einem beigegebenen Gutachten Zürners wird nochmals die Auflage erteilt, diese Säule auch besser als gewöhnlich auszieren zu lassen.
Unterm 4. Oktober 1724 sendet der Rat zu Mittweida an den Grenzkommissar „in Bezeugung seiner würklichen Dankbarkeit“ acht Taler „als kleine Ergötzlichkeit“, und fragte an, ob diese Säule beim Steinmetz zu Rochlitz bestellt werden könne. Zürner hat übrigens diese 8 Taler nicht für sich selbst verwendet, sondern diesen Betrag mit den entstandenen Unkosten verrechnet.
Der Steinmetz zu Rochlitz Johann Christian Häßler hat die Säule schließlich angefertigt, die sicher noch 1725 zur Aufstellung gekommen ist. Der genaue Aufstellungstermin ist aktenkundlich nicht überliefert. Am 26. Juli 1725 fragte Zürner nochmals in Mittweida an, worin die versprochene besondere Güte dieser Säule bestehe. Leider ist in dem Aktenband, der sich im Stadtarchiv Mittweida befindet, darüber keine Aufzeichnung vorhanden.
Auch über die endgültigen Kosten dieser Säulenaufstellung wissen wir nichts Genaues. Eine Ratsniederschrift vom 14. Januar 1726 besagt, dass die für die Säulensetzung veranschlagten 94 Taler, 10 Groschen, 10 Pfennige nicht ausgereicht haben und dass man nach einem Wege suchte, weitere Gelder zu beschaffen. Die Finanzierung erfolgte übrigens dann aus dem Überschuß der Quatembersteuer-Einnahme. Das kleine Städtchen Mittweida mußte also eine für damalige Verhältnisse sehr beträchtliche Summe für die „allergnädigst anbefohlene Säulensetzung“ aufwenden.
Die ehemaligen Inschriften der Säule sind glücklicherweise in den erhaltengebliebenen Mittweidaer Ratsakten enthalten. In den Akten des Staatsarchivs Dresden befindet sich bezüglich der Inschriften nur ein Konzept, das von den Mittweidaer Inschriften teilweise abweicht und hier nicht herangezogen werden kann (Schr. Staatsarchiv Dresden, Dr. Kluge, vom 24.04.1965).
Weil durch das vierte der ehemaligen Stadttore, das Brühltor, keine Straße, sondern nur ein Feldweg verlief, der an die Zschopau hinabführte, ist lediglich an drei Seiten eine Distanzinschrift angebracht. Insgesamt sind 65 Ortsnamen verzeichnet. Die vierte Seite weist neben der Jahreszahl und dem Posthorn nur die Standortangabe „Mittweyda“ auf.
In Anbetracht der seltenen Wappengestaltung und des guten Erhaltungszustandes des Wappenstückes hat Hans-Heinrich Stölzel  dem Rat der Stadt Mittweida die Wiederaufstellung dieser Distanzsäule vorgeschlagen. Auch das Institut für Denkmalpflege (Arbeitsstelle Dresden) hat mit Schreiben vom 30.04.1965 einer Wiederaufstellung zugestimmt.
 
Die gesamten Arbeiten übernahm der Steinmetz E. Böttger in Mittweida. Er fertigte die fehlenden Teile, säuberte das originale Wappenstück, das behutsam überarbeitet werden mußte und schlug die Schrift gemäß den von der Forschungsgruppe zur Verfügung gestellten Vorlagen ein.
Weil sich auf dem Markt damals die zentrale Autobushaltestelle befand, kam sie für eine Aufstellung nicht in Betracht. Als neuer Standort wurde die Kreuzung Heinrich-Heine-Straße und Goethestraße ausgewählt. An diesem Platz, neben dem ehem. Rat des Kreises, Abt. Finanzen (heute Finanzamt Mittweida), und gegenüber den Schwanenteichanlagen wurde die wiedererrichtete Postdistanzsäule am 10. Juni 1969 aufgestellt und feierlich eingeweiht.

Ganze vier Jahre haben die Arbeiten von der ersten Besprechung bis zur endgültigen Wiederaufstellung der Mittweidaer Postdistanzsäule gedauert. Reichlich 15 Jahre später konnte sie auf dem Markt zurückkehren.Die Distanzsäule der Stadt Mittweida stand seit Anfang Oktober 1984 wieder auf dem Markt, allerdings nicht genau am ursprünglichen Platz, sondern an der Marktecke, Ausgang Weberstraße.   Im Rahmen der Innenstadtumgestaltung in den Jahren 2003 bis 2005, die die Weberstraße, den Markt und die Rochlitzer Straße bis zum Stadtgraben beinhaltete, wurde auch die Distanzsäule einer Generalsanierung unterzogen. Die Restaurierung übernahm der Steinrestaurator und Bildhauer Joachim Weigel aus Chemnitz.Die Marktplatzeinweihung, obwohl in Details noch nicht ganz abgeschlossen, wurde hingegen schon am 21. Mai 2005 durch Bürgermeister Matthias Damm vorgenommen.Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Juli 2005 wurde sie nach der neue Marktplatzgestaltung an die Nord-Ost-Ecke des Marktes/Waldheimer Straße gesetzt. Für die Säule, die am 27. Juli 2005 neu aufgestellt wurde, ist es der vierte Standort.Die Forschungsgruppe „Kursächsische Postmeilensäulen“ des Deutschen Kulturbundes, Amt. Bez. Vorstand d. Phil. Verbandes der DDR Karl-Marx-Stadt, wertete 1969 das Wiedererstehen dieses historischen Denkmals der Technik einer vergangenen Epoche des Post- und Verkehrswesens als Anschauungsmittel für unsere Zeit. Auch die Stadtverwaltung Mittweida schließt sich dieser Meinung an. Die Postdistanzsäule Mittweida gibt Aufschluß über den Beginn eines modernen Verkehrswesens, das in Kursachsen durch die Aufstellung der Steinsäulen ausgelöst worden ist. Wir verdanken die kursächsischen Postmeilensäulen nicht August dem Starken, sondern einzig und allein der rastlosen Tätigkeit Adam Friedrich Zürners, einen geborenen Vogtländers.  Wir Lebenden und Entscheidungsträger der Stadt Mittweida hoffen und wünschen, einen wertvollen Beitrag im Jahr 15 der deutschen Wiedervereinigung von 1990 geleistet zu haben.

 

Friedensbrunnen

Am 12. Oktober 1918 wurde der Brunnen enthüllt.  Über einem rechteckigen Becken aus Rochlitzer Porphyr  erhebt sich eine Säule, die von einem Engel gekrönt wird. Diese Engelsfigur – im Volksmund Marmeladentante genannt – erhielt 2006 eine Vergoldung.

Durch diese gelungene Arbeit erhielt der Brunnen und somit der gesamte Marktplatz eine Aufwertung und bildet den Abschluss der innerstädtischen Sanierungsarbeiten im Marktbereich.

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Die Bestrebungen, den Markt in Mittweida mit einem Brunnen zu zieren, gehen bis in das Jahr 1902 zurück. Brunnen im klassischen Sinne gab es bis dahin auf dem Marktplatz in Mittweida nicht. Dafür hat es an der Marktnordseite sowie der Süd-Ostseite Röhrenkästen gegeben. Der Stadtrat fasste einen Beschluss zur Errichtung eines Brunnens am 12.03.1902.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der Brunnen von Prof. Johannes Schilling, dem ersten Ehrenbürger der Stadt Mittweida, errichtet wird.
Schilling fertigte zwar ein Modell des Brunnens. Da man sich aber nicht über Größe des Brunnens und dessen Finanzierung einigen konnte, wurde das Projekt eines Marktbrunnens zunächst nicht realisiert.
Schilling war auch strikt dagegen, dass jemand anderes als er das von ihm entworfene Modell für die Anfertigung des Brunnens verwendet. Es lag ihm am Herzen, seiner Vaterstadt ein selbst geschaffenes Werk zu übergeben. Das Modell des „nicht-gewordenen“ Schilling-Brunnens - die Quellnyphe mit Amphora, das Wasser der Zschopau ausgießend - ist in Gips im Schilling-Haus und als Bronzeguss in der Kreissparkasse Mittweida zu sehen.
Schilling verstarb im Jahre 1910.
Mitten im Ersten Weltkrieg beschloss der Stadtrat von Mittweida im Jahre 1916, das Projekt des Aufbaus eines Marktbrunnens wieder aufzunehmen. Obwohl jede Mark für den Krieg benötigt wurde, stellte der akademische Rat der Akademie der bildenden Künste in Dresden mit Unterstützung des königlich-sächsischen Ministeriums des Inneren aus dem Kunstfonds 15.000 RM für einen Neubau eines Brunnens zur Verfügung; 2.000 RM musste die Stadtgemeinde übernehmen.
Die Ausführung wurde dem Dresdener Bildhauer Professor August Schreitmüller - einem Schüler unseres ersten Ehrenbürgers Prof. Johannes Schilling - übertragen. Schreitmüller hatte z. B. nach 1910  6 der 16 Figuren auf dem Dresdener Rathausturm und andere Skulpturen in Dresden gefertigt. Er gewann gegen 53 weitere eingereichte Vorschläge, die vom akademischen Rat der Akademie und dem Landesverein sächsischer Heimatschutz ausgelobt wurden, den ersten Platz.
Der Brunnen besteht aus einem rechteckigen Becken aus Rochlitzer Porphyr mit Säule und Engelsfigur, die von Anfang an vergoldet werden sollte. Näheres, warum sie bis heute nicht vergoldet wurde, darüber schweigen bis jetzt die Akten. Vermutlich war die Kriegszeit, die Nachkriegszeit, das Dritte Reich, das Desinteresse in der DDR sowie einfach das Vergessen daran Schuld, dass die Vergoldung bis in unsere Tage dauern musste. Die Übernahme des Brunnens am 12. Oktober 1918 fand in kleinem Rahmen statt. Es erfolgte keine offizielle Einweihungsfeier, nur eine Übergabe an die Stadtgemeinde. Laut Aktenvermerk im Stadtarchiv nahm daran der geheime Hofrat und Bildhauer Prof. Georg Wrba teil. Es finden sich keine Angaben über die Teilnahme von Bürgermeister Freyer und Stadtbaudirektor Hirsch.
Der Name Friedensbrunnen ist insbesondere darin zu begründen, dass Prof. Schreitmüller schon am 16. August 1917 unseren Brunnen im Schriftverkehr als Friedensbrunnen titulierte, obwohl der Krieg noch bis Herbst 1918 andauern sollte.
Dieser Friedensbrunnen ist einer der ersten, die in dieser Zeit und nach dem Ersten Weltkrieg in Sachsen errichtet wurden. Schreitmüller wollte mit dieser Bezeichnung gegen die Schrecken des Krieges und zum Frieden mahnen.
Die Idee, die ursprünglich vorgesehene Vergoldung der Engelsfigur nunmehr zu vollenden, stammte vom Museumsleiter, Herrn Heiko Weber. Er hat diese Idee in die Öffentlichkeit getragen und um Realisierung geworben. Es sollten insbesondere Spenden für die Vergoldung eingeworben werden. Es schloss sich eine zum Teil kontroverse Diskussion an.
Herr Steinmetzmeister Frank Böttger unterbreitete dann der Stadt Mittweida das Angebot, die Vergoldung auf seine Kosten und durch seine Arbeit zu realisieren.
Er wollte auch ein Zeichen setzen, dass in Zeiten schwieriger Finanzsituation in öffentlichen Haushalten durch Engagement und Heimatverbundenheit ansässige Unternehmen zur Stadtentwicklung beitragen können und die Leistungsfähigkeit des regionalen Handwerks demonstrieren.
"Wir für unser Mittweida" - dieses Motto wurde auf diese Weise vorbildlich umgesetzt. Herr Böttger fand auch einen weiteren Unterstützer, die Firma Gerüstbau Mittweida, die während der Zeit der Sanierung kostenfrei das Gerüst stellte. Auch der Vater von Steinmetzmeister Frank Böttger, Herr Ernst Böttger, arbeitete an der Vergoldung mit. Er hat es sich nicht nehmen lassen, an der Schaffung dieses Glanzpunktes auf dem Marktplatz in Mittweida mitzuwirken.
Unser ganz herzlicher Dank gilt deshalb im besonderen Herrn Steinmetzmeister Frank Böttger und seinem Vater, Herrn Ernst Böttger, aber auch Herrn Hermer von der Firma Gerüstbau Mittweida.
Die Vergoldung des Friedensengels stellt einen würdigen Abschluss der Sanierung und Umgestaltung unseres Marktplatzes dar. Sie ist der I-Punkt der Stadtsanierung im Marktbereich. Und es ist auch eine Besonderheit: Es gibt in Mitteldeutschland nur wenige Brunnen mit einer vergoldeten Figur. Damit nimmt der Marktplatz in Mittweida eine Sonderstellung ein.
Mit Sicherheit ist diese Vergoldung eine Bereicherung des Stadtbildes und trägt zur Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt bei. Es wird damit auch die Hoffnung verbunden, dass dies viele interessierte Besucher in unsere Stadt zieht.  

 

Wasserturm

Der Wasserturm ist weithin sichtbar für die Besucher und Einwohner der Stadt und wurde zum Wahrzeichen Mittweidas. Seit dem Abschluss der Sanierung im Jahre 2007 erstrahlt er mit seiner farbenfrohen Klinkerfassade  wieder in alter Schönheit.  Er dient als Tagesausgleichbehälter und gleichzeitig als Feuerlöschreserve.
Der Wasserturm entstand 1898 (nach zwei Jahren Bauzeit) nach Entwürfen von Johann Nepomuk Bürkel, der auch die Bauausführung leitete.  
Vor dem Bau des Turms und der dazugehörigen neuen Leitungen wurde die Wasserversorgung der Stadt mit Hilfe 300 privat genutzter Brunnen, 23 Quellwasserrohrleitungen und 36 öffentlicher Wasserentnahmestellen gewährleistet.

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Der Wasserbedarf der Stadt stieg ständig, so dass 1906 ein zweites Wasserwerk in Betrieb genommen wurde.  Es besteht die Möglichkeit, den Wasserturm zu besichtigen.

Im Inneren des Turmes werden historische wasserwirtschaftliche Ausrüstungen ausgestellt  und die Entstehung und Geschichte des Wasserturms wird auf Schautafeln beschrieben. Der Höhepunkt des Besuches ist das Ersteigen des Turmes, wobei man in einer engen Röhre durch den Wasserbehälter steigt. Oben angekommen bietet sich ein schöner Blick über die Stadt und das Umland.


Technische Daten

Gesamthöhe über Terrain 

ca. 39 m

Speicherinhalt (1 Kammer) 

1500 m³

obere Wasserspiegelhöhe 

330,00 müNN

untere Wasserspiegelhöhe (zylindr. Teil)  

319,80 müNN

Geländehöhe 

304,50 müNN

Höhe des konischen Teiles (Löschreserve)

2,50 m

Behälterdurchmesser

14,00 m

Höhe bis Unterkante Behälter (konischer Teil) 

15,00 m

angeschlossene Einwohner Wasserturmzone

ca. 9300 Einwohner

Wasserbedarf in der Wasserturmzone 

ca. 1480 m³/d