Elsa Brändström

* 26. März 1888 Sankt Petersburg

† 4. März 1948 Cambridge (Massachusetts/USA)

Einweihung des Elsa-Brändström-Denkmal

Am Freitag, dem 19. September 2014 am Ort des Wirkens der großen schwedischen Humanistin Elsa Brändström, dem Schloss Neusorge im Mittweidaer Ortsteil Zschöppichen, wurde eine Gedenkstele feierlich eingeweiht. Die circa zwei Meter hohe Stele wurde im Beisein der Staatsministerin für Soziales, Frau Christine Clauß, der Honorarkonsulin von Schweden, Frau Petra Löschke, dem stellvertretenden Botschafter Schwedens, Herrn Staffan Hemrå sowie Verwandten von Elsa Brändström enthüllt. Dargestellt wird das Portrait der schwedischen Humanistin, aus dem deutlich wird, dass sie sich aus behüteten Verhältnissen heraus den Wirren und Folgen des ersten Weltkrieges mutig gestellt hat. Ihr daran verewigter Leitspruch „Lehre das Kind im Leben etwas zu wagen“ verdeutlicht eindrucksvoll ihre humanisitsche Denkweise und ihr Lebensziel. Die Grimmaer Künstlerin Christiana Heidemann hat dieses Kunstwerk aus Bronze und Beton geschaffen, welches dauerhaft neben dem Haupteingang des Schlosses Neusorge seinen Platz finden wird. In diesem hatte Elsa Brändström von 1924 bis 1931 ein Kinderheim für Kriegswaisen des ersten Weltkrieges eingerichtet und durch selbst eingeworbene internationale Spenden finanziert. Um ihr Vermächtnis zu bewahren, soll diese Stele dauerhaft an sie erinnern. Zusätzlich ist in der Stadt Mittweida eine Kindertageseinrichtung nach ihr benannt. Deren Kinder werden bei der Festveranstaltung für die musikalische Umrahmung sorgen.
Die Herstellung dieser Gedenkstätte wurde durch die finanziellen Zuwendungen der Stadt Mittweida, der Honorarkonsulin Frau Petra Löschke, der Firma EnviaM und der Firma Komsa möglich.

 Elsa Brändström, Schwedische Humanistin, Elsa Brändström führte von 1924–1931 auf Schloss Neusorge bei Mittweida ein Waisen- und Fürsorgeheim für Kinder, deren Väter in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben sind.

1896 – 1906:   

Besuch der Höheren Töchterschule in Linköping

1906 – 1908:

Teilnahme am Lehrerinnenseminar von Anna Sandström

1914:  

Ausbildungslehrgang zur Krankenschwester für den russischen St. Georgsorden und Arbeit mit verwundeten deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen

1915 - 1920:

Drei Reisen nach Russland und Sibirien als Krankenschwester für das Schwedische Rote Kreuz, Betreuung von deutschen Kriegsgefangenen

1922:    

Gründung der Stiftung  „Arbeitssanatorium für ehemalige kriegsgefangene Deutsche“ Erwerb von Gut Schreibermühle bei Lychen und Bad Marienborn-Schmeckwitz bei Kamenz

1923:

sechsmonatige Vortragsreihe in die USA

1923/24 – 1931:

Errichtung und Betrieb eines Kinderheimes für Kinder ehemaliger Kriegsgefangener im Schloss Neusorge

1925:  

Vortragsreihe durch Schweden

1927:

Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Tübingen

1928:

Schließung von Bad Marienborn

1929:

Heirat mit Professor Dr. Robert Ulich und Umzug nach Dresden

1931:

Verkauf der Schreibermühle bei Lychen und Übergabe von Schloss Neusorge an den Leipziger Füsorgeverband

1932:

Geburt der Tochter Brita in Dresden

1934:

Übersiedlung in die USA

1934 – 1947:

Unterstützung von Emigranten aus Deutschland und Österreich,  Juden und politischen Flüchtlingen