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Der Lutherweg in Sachsen

Der Lutherweg in Sachsen führt zu Orten, in denen sehr bald die Reformation Fuß fasste, wie in Torgau, Eilenburg und Zwickau. Einige Stationen sind eng verbunden mit dem Lebensweg der Frau Luthers, Katharina von Bora. Sie floh aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma, bewirtschaftete später das Gut Zöllsdorf bei Neukieritzsch und starb in Torgau. Eine Frau, Herzogin Elisabeth von Sachsen, führte im Rochlitzer Gebiet 1537 die Reformation ein. An anderen Orten geschah es nach 1539. Beispielsweise Leipzig. Dort fand 1519 die berühmte Leipziger Disputation statt. Infolge des Bannes und der Reichsacht konnte Luther erst nach 1539 wieder mehrfach hierher kommen.

Am Lutherweg liegen Orte, wo bis heute spürbare Auswirkungen und Impulse der Reformation sichtbar sind, beispielsweise in Grimma (Schulbildung), in Torgau und in Colditz (Musik) und in Leisnig (neue Konzeptionen zur Erfüllung sozialer Aufgaben).

VON MITTWEIDA ÜBER ROCHLITZ UND PENIG NACH WALDENBURG

In Mittweida sind erste Spuren des reformatorischen Geistes 1524 nachweisbar. Weil viele Bewohner den evangelischen Gottesdienst in Ringethal besuchen, werden auf Betreiben des katholischen Bischofs 73 Personen aus der Stadt verwiesen. 1537 konnten sie zurückkehren, als Herzogin Elisabeth von Rochlitz die Reformation einführte. Die spätgotische Hallenkirche mit zwei Schiffen entstand 1473 als Wiederaufbau auf dem Vorgängerbau, der im Sächsischen Bruderkrieg 1450 zerstört worden war. Die Dorfkirche in Ringethal ist ca. 800 Jahre alt, das riesige Kruzifix stammt aus dem 13. Jahr­hundert. Vor dem Gotteshaus steht eine Lutherlinde.

 

In Rochlitz bekam die alte Kirche 1523 Konkurrenz durch die „luthe­rische Sekte", deren Prediger Peter sich gegenüber dem Bischof weigerte, seine lutherischen Bücher abzugeben und aus der Stadt vertrieben wurde. Doch 1537 erlangt Herzogin Elisabeth die Macht und etabliert den protestantischen Glauben. Ihr Bruder, Landgraf Phi­lipp von Hessen, schickt noch im selben Jahr einen Prediger nach Rochlitz. Die Herzogin ist liberaler als die männlichen Herrscher und lässt verlauten, dass keiner ihrer Untertanen gezwungen wer­den darf, evangelisch zu werden, „denn wir gedenken, niemand der Unseren zum Glauben oder davon weg wider ihr Gewissen zu drängen". Herzog Georg ist gegen die Toleranz seiner Schwieger­tochter und betont, dass eine Frau dem Mann untertan sein müsse. Elisabeth ignoriert das, der Kampf nimmt erbitterte Formen an, der Herzog zieht bis vor das Reichskammergericht. Doch Elisabeth ist voll des Glaubens an das Neue. „Ich bin ganz fröhlich", schreibt sie später, „denn ich weiß, dass die Sache Gottes angehet, dass Gott es längst geordnet hat, wie es sein soll. Gottes Kraft ist unsere Macht." Der alte Wallfahrtsort Penig wurde zum ersten Mal in einer Urkunde von 1313 als Stadt erwähnt.

Ab 1378 gehörte auch die Stadt \Naldenburg zu deren Besitz. Durch eine politische Sonderstellung blieben die Schönburger unabhängig von den Wettinern. Diese Autonomie bewahrten sie sich auch in Be­zug auf die Durchsetzung der Reformation in Ihrem Herrschaftsge­biet. Seit 1542 wurde in der Stadt im evangelischen Sinn gepredigt. Besondere Verdienste beim Fortschreiten der Reformation erwarb sich der Landesherr Hugo von Schönburg. Er unterstütze u.a. die Einführung einer neuen evangelischen Kirchen- und Schulordnung.

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